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Mache bessere Fotos und plane deine Landschaftsbilder schon zu Hause! So geht es!

Einleitung

Spektakuläre Landschaftsbilder sind selten auf reines Glück an einem bestimmten Ort zurück zu führen. Bei fast allen dieser Bilder hat der Fotograf vorher einige Parameter berücksichtigt, um seine Chancen vor Ort auf ein sehr gutes Foto zu erhöhen.

 

 

Wenn du dir bisher keine Gedanken über das Foto gemacht hast, was du an einem bestimmten Ort aufnehmen möchtest, zeige ich dir in diesem Artikel, warum du jetzt mit der Vorplanung anfangen solltest und wie du dies am besten umsetzt. Am Ende nenne ich dir meine persönlichen Tools und Apps, die mir bei der Recherche und Planung helfen.

 

Mit diesen Tipps wirst du direkt eine Verbesserung deiner Landschaftsbilder sehen.

 

Warum mache ich bessere Fotos, wenn ich schon zu Hause plane?

Du wirst dich nun sicher fragen, warum du deine Bilder im Voraus planen solltest? Fotografie hat doch so viel mit spontanen Momenten, plötzlichen Lichtverhältnissen und vor allem Glück zu tun. Im Prinzip gebe ich dir Recht, wobei du die Wahrscheinlichkeit für einen passenden Moment oder geniales Licht deutlich erhöhen kannst, wenn du dir im Voraus Gedanken zu deinem Motiv machst.

 

Möchtest du zum Beispiel einen Sonnenuntergang am Strand fotografieren, dann wirst du die besten Bilder kurz vor und kurz nach dem Sonnenuntergang machen. Dementsprechend ist es hilfreich zu wissen, wann die Sonne an diesem Ort untergeht. Vielleicht möchtest du auch noch die Felsen an der Strandseite mit auf dem Bild haben. Dafür solltest du wissen, an welcher Stelle die Sonne im Meer versinkt, um deine Position richtig auswählen zu können.

 

Du siehst, die Planung des Bildes macht vieles einfacher und sorgt auch dafür, dass du vor Ort viel fokussierter arbeiten kannst, da du ja bereits das Motiv im Kopf hast.

 

Natürlich heißt das nicht, dass du jedes Bild planen sollst, viele sehr gute Bilder entstehen nach wie vor durch spontane Momente, doch du kannst dein Glück durchaus herausfordern und deine Chancen auf ein perfektes Foto durch Planung deutlich erhöhen.

Welche Parameter sind wichtig?

Die Frage ist nun, worauf du bei deiner Planung achten solltest. Die Antwort darauf ist, wie so oft: Es kommt darauf an. Zunächst solltest du dir dein Szenario und dein Motiv überlegen. Handelt es sich um einen Sonnenaufgang am Meer? Oder um ein Bild der Milchstraße in den Bergen? Bei beiden Bildern sind unterschiedliche Parameter zu berücksichtigen.

 

 

Ich habe dir nachfolgend die gängigsten Parameter aufgeführt, die du je nach Situation bei der Planung deiner Bilder berücksichtigen solltest.

Zeit des Sonnenaufgangs bzw. des Sonnenuntergangs

Dies ist wahrscheinlich der gängigste Parameter. Finde heraus, zu welchen Zeiten die Sonne auf- und untergeht und plane noch ca. 30-45 Minuten darum herum ein, um auch die blaue und goldene Stunde mitnehmen zu können.

 

Mir persönlich ist dies auch schon passiert: Ich habe mich hierzu vorher nicht informiert und war dann 15 Minuten zu spät vor Ort und konnte nur noch die Reste des Sonnenuntergangs fotografieren. Dies ist dann besonders schade, da solch ein Fehler leicht zu vermeiden ist.

Sonnenstand

Der Sonnenstand ist ebenfalls ein wichtiges Element. Du hast sicher im Kopf, dass die Sonne im Osten auf- und im Westen untergeht. Soweit so gut. Jetzt musst du allerdings beachten, dass die Sonne im Sommer zum Beispiel eher im Nord-Osten aufgeht, während sie im Winter fast schon im Süd-Osten aufgeht. Wenn du nun eine Szene zum Sonnenaufgang fotografieren willst, ist es wichtig den Sonnenstand zu kennen. Willst du zum Beispiel einen Sonnenaufgang mit Sonnenstern über einer Stadt fotografieren, dann solltest du wissen, ob du von deinem Standpunkt aus den Sonnenstern überhaupt über der Stadt sehen kannst. 

Milchstraße

Wenn du die Milchstraße fotografieren möchtest, geht nichts ohne Planung. Hier gibt es so viele Parameter zu beachten, dass ich hiermit einen eigenen Blogartikel füllen kann.


Für ein tolles Bild der Milchstraße musst du wissen, ob gerade Neumond-Phase ist und zu welchen Zeiten und in welche Richtung die Milchstraße und vor allem das Zentrum der Milchstraße zu sehen ist. Dann ist es wichtig, dass du dich in möglichst dunkler Umgebung befindest, auch eine 50-80 km entfernte Großstadt in Richtung der Milchstraße wird den Himmel in der Regel aufhellen.


All dies willst du dann noch in Einklang mit einen schönen Vordergrund-Motiv bringen, um ein wirklich schönes Bild zu bekommen.

Gezeiten

Am Meer sind die Motive immer abhängig von der aktuellen Tide. Schaue vorher in die Gezeitentabelle für deinen Ort, um Enttäuschungen vorzubeugen. Gerade an Orten mit größerem Tidenhub können gewisse Bilder zu Ebbe oder Flut schlichtweg nicht möglich sein. Der Klassiker hierbei sind Felsen oder Tidenpools, die nur bei Ebbe sichtbar sind. Oder Felsen, die dramatisch vom Wasser umspült sind. Hier ist es wichtig, dass du die Gezeiten kennst, um diese mit deinem gewünschten Motiv in Einklang zu bringen.

 

Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch deine Sicherheit. Die Flut kann manche Strecken unpassierbar machen, so dass du entweder gar nicht erst zum gewünschten Standort kommst oder – viel schlimmer – vom steigenden Wasser eingeschlossen wirst und nicht mehr zurück kommst. Daher ist dieser Parameter wirklich wichtig.

 

Wege und Erreichbarkeit

Wenn du ein bestimmtes Motiv im Kopf hast, solltest du auch sicherstellen, dass du die Location erreichen kannst und auch zum richtigen Zeitpunkt vor Ort sein kannst. Daher recherchiere vorher den Anfahrtsweg und die benötigte Zeit und auch die Gegebenheiten vor Ort. Musst du zum Beispiel vom Parkplatz noch einen Wanderweg auf den Berg nehmen? Führt überhaupt ein Weg an die Stelle, wo du stehen möchtest? Welche Zeit brauche ich in etwa, um dort anzukommen?

 

 

All diese Dinge bewahren dich möglicherweise vor der Enttäuschung, dass du entweder zu spät an der Location bist oder diese erst gar nicht erreichen kannst.

Jahreszeiten

Die Planung der Jahreszeiten ist etwas allgemeiner. Mir geht es darum, dass du vielleicht ein Motiv zu einer bestimmten Jahreszeit im Kopf hast wie beispielsweise ein Tal mit Bodennebel und einem Sonnenaufgang. Hier musst du verschieden Fragen in deine Planung einbeziehen. Wann und wo geht die Sonne auf? Zu welcher Jahreszeit bzw. Wetterlage besteht die Chance auf Bodennebel?

 

Bei anderen Motiven kommen dann noch Dinge hinzu wie zum Beispiel: Wann färbt sich das Laub der Bäume? Wann ist die Luft im Winter besonders klar? Wann kann ich eine Wasseroberfläche als Spiegel benutzen?

 

 

Dieses Thema ist sicherlich allgemein und sehr individuell, doch du wirst sehen, dass es sich lohnt, auch hier ein bisschen zu planen.

Wie kann ich Bilder im Voraus planen? - Apps und Tools

Du fragst dich nun sicherlich wie du all diese Dinge im Voraus planen sollst. An dieser Stelle kann ich dich beruhigen. Die Parameter oben dienen für dich als Leitfaden, wobei nicht immer jeder Parameter wichtig ist und mit der Zeit wirst du auch ein entsprechendes Gefühl für die Planung entwickeln.

 

 

Außerdem gibt es verschiedene Tools und Apps, die du zur einfachen Planung verwenden kannst. Nachfolgend stelle ich dir meine Tools vor, die ich immer nutze:

  1. Google Maps: Google Maps nutze ich, um die Wege zur Location herauszufinden, in der Satelliten-Ansicht Details anzusehen und als eine Art Notizbuch. Immer wenn ich bei meiner Recherche ein Motiv finde, was ich fotografieren möchte, markiere ich mir den Standort mit einem Stern in Google Maps.

  2. Komoot: Gerade im Wald oder wenn es nur noch auf Pfaden weiter geht, ist Google Maps oft nicht mehr ausreichend. Hier nutze ich dann die Wander-App Komoot als Tools.

  3. Photopills: Diese App ist für mich die zentrale App für die Planung von Sonnenauf- und -untergang, Sonnenstand zu einer bestimmten Uhrzeit, goldene Stunden und Stand der Milchstraße. Das klingt nun ziemlich komplex, mit einer kurzen Einarbeitung kannst du diese App aber auch leicht bedienen. Klare Empfehlung!
     
  4. Instagram: Bei meiner Bildplanung nutze ich Instagram vor allem als Inspirationsquelle. Mit der Standort- oder Hashtag-Suche finde ich immer wieder neue Perspektiven, die ich dann auch verwenden kann.

  5. Google Bildersuche: Die Google Bildersuche nutze ich, um mir einen ersten Eindruck einer Location zu verschaffen. Oft gibt es hier auch 360°-Panoramen, so dass du die Location schon recht gut abschätzen kannst.

  6. BONUS-Tipp: Falls du abends oder nachts fotografieren möchtest, ist es hilfreich, wenn du schon tagsüber am Foto-Spot scouten gehst. So kannst du dir schon einige Bildideen überlegen und prüfen, ob diese umsetzbar sind.

 

 

 

 

 

Ein Tipp von mir: Es gibt hunderte Apps, die dich bei der Planung unterstützen. Fokussiere dich auf einige wenige und nutze diese dafür dann richtig.

Fazit

In diesem Artikel hast du erfahren, warum es sich lohnt, dass du dir im Voraus Gedanken über dein Motiv machst. Anhand der Parameter wie zum Beispiel Sonnenstand, Gezeiten, Wege und Erreichbarkeit erhöhst du deine Chancen, vor Ort auch wirklich das Bild zu machen, was dir vorschwebt. Natürlich gehört immer auch Glück für den richtigen Moment dazu, mit dieser Vorplanung wird deine Trefferquote aber deutlich höher – versprochen!

 

 

Planst du deine Fotos schon? Und wenn ja, welche Tools nutzt du dafür?

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