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Meine Top 5 Learnings für bessere Landschaftsfotos - und wie du davon profitieren kannst!

Es gibt viele Artikel, die dir erklären, mit welchen Techniken du deine Bilder verbesserst. In diesem Artikel möchte ich die Gedanken gerne etwas allgemeiner fassen und dir meine besten Learnings aufzeigen, die ich aus mehreren Jahren der Landschaftsfotografie mitgenommen habe. Nachfolgend findest du nun also meine persönliche Top 5 + Bonus-Learning und am Ende jedes Learnings zeige ich dir wie du von von jedem einzelnen profitieren kannst.

Was sind Learnings?

Unter "Learnings" verstehe ich Lehren und Erfahrungen, die ich über die Jahre erfahren durfte. Manche Lehren waren schmerzhaft, andere augenöffnend, aber alle sind für mich persönlich sehr wertvoll.

 

1. Learning: Fähigkeiten der Bildbearbeitung sind fast genauso wichtig wie die Fotografie selbst

Das menschliche Auge ist dem Kamera-Sensor immer noch weit überlegen. So nimmt das Auge Hell-Dunkel-Kontraste, Mikrokontraste wie beispielsweise die Struktur einer Baumrinde oder auch die gesamte Lichtstimmung eines Bildes viel intensiver wahr als die meisten Kameras es können.

 

Mir persönlich ist es immer wichtig, mit meinen Bildern die Stimmung, wie ich sie vor Ort erlebt habe, zu transportieren und dies wäre ohne eine Nachbearbeitung in Adobe Lightroom und Photoshop gar nicht möglich. Für mich sind die RAW-Dateien aus der Kamera die Rohdiamenten, die noch geschliffen werden müssen.

 

Natürlich muss ein Bild von vorne herein technisch gut umgesetzt sein. Eine langweilige Perspektive oder eine komplett falsch eingestellte Blende lässt sich auch in der Nachbearbeitung nicht mehr korrigieren. Wenn dies aber gegeben ist, kannst du in Photoshop mittels Gradiationskurven, Luminanzmasken und über Pinselkorrekturen so viel aus deinem Bild machen, dass es von einem guten zu einem sehr guten Bild wird. Und dass vor allem die Stimmung, wie du sie beim Shooting erlebt hast, wiedergegeben wird.

 

Tipp: Setze dich nicht nur mit der Fotografie an sich auseinander, sondern lerne auch unterschiedliche Möglichkeiten der Bildbearbeitung kennen und probiere sie an deinen Bildern aus. Youtube ist dir hier eine sehr große Hilfe!

 

2. Learning: Die "Goldenen Stunden" heißen nicht umsonst so - nutze sie!

Der Begriff "Goldene Stunde" bezeichnet in der Fotografie die Zeit kurz vor oder nach dem Sonnenaufgang bzw. dem Sonnenuntergang. Da die Sonne in diesen Zeiten sehr flach am Horizont steht, ist das Licht deutlich rötlicher und weicher als zu anderen Tageszeiten, was die Landschaft in sehr stimmungsvolles Licht taucht.

 

Über die Jahre habe ich gelernt, dass die besten Fotos sehr häufig in den goldenen Stunden des Tages gemacht werden. Dies sind regelmäßig die Bilder, mit denen die meisten Menschen positive Emotionen verbinden und die dadurch auch bei meinen Kunden am besten ankommen. 

 

Die Fotografie zur goldenen Stunde hat allerdings wieder eigene Herausforderungen. Meistens ist der Himmel schon sehr hell, der Vordergrund aber noch recht dunkel, so dass sich beispielsweise der Einsatz von Grauverlaufsfiltern (GND-Filtern) anbietet, um die Dynamik im Bild zu erhalten.

 

Tipp: Nutze die goldenen Stunden! Du wirst überrascht sein, wie viel stimmungsvoller deine Bilder werden! Du kannst ja einmal zum Vergleich dasselbe Motiv um die Mittagszeit fotografieren und dann die Bilder vergleichen.

 

3. Learning: Die Planung der Bilder ist sehr wichtig

Gleich an die Erfahrung Nr. 2 schließt sich dieses Learning an. Seitdem ich begonnen habe, meine Landschaftsbilder zu planen, sind die Ergebnisse noch einmal deutlich hochwertiger geworden. 

 

Mit Planung der Bilder meine ich, dass du dir Gedanken zum Zeitpunkt des Sonnenauf- oder -untergangs, Sonnenstand, Stellung der Milchstraße, Tide am Meer, Jahreszeit etc. machen solltest.

 

Wenn du zum Beispiel den Tipp mit den goldenen Stunden beherzigen möchtest, solltest du im Vorfeld recherchieren, wo in deinem Motiv die Sonne aufgeht. Nichts ist ärgerlicher, als wenn du ein Bild vom Sonnenaufgang machen möchtest, vor Ort aber gezwungen bist, nach Westen, also komplett von der Sonne weg, zu fotografieren. Oder du willst vielleicht Felsenpools an einem Strand fotografieren, die nur bei Ebbe zu sehen sind. Da wäre die Fahrt zum Strand bei Flut nicht wirklich hilfreich.

 

Natürlich finden sich bei diesen Beispielen auch immer Motive, die du stattdessen fotografieren kannst, aber eigentlich hattest du ja was anderes im Kopf.

 

Tipp: Nutze beispielsweise Apps wie Photopills, Google Maps oder auch Instagram, um dich im Vorfeld entsprechend zu informieren. Das Beschäftigen mit der Location von zuhause aus und das Entwickeln einer Bildidee im Kopf lassen dich auch vor Ort deutlich fokussierter arbeiten. Achte jedoch darauf, dass du dadurch deine Kreativität vor Ort nicht einschränkst.

 

4. Learning: Inspiration für dauerhafte Motivation

Du wirst immer mal wieder an einen Punkt kommen, an dem dich die Motivation verlässt, dir fehlen neue Ideen zum Fotografieren oder du hast schlicht keine Lust. 

 

In diesen Zeiten finde ich es wichtig, dass ich mich dann nicht zwinge, ein Motiv zu finden. Ich habe festgestellt, dass meine Bilder dann besonders gut werden, wenn ich auch inspiriert und motiviert bin. Alles andere ist eher gezwungen und ich merke dies dann auch meinen Bildern an.

 

Wenn mir die Motivation oder die Inspiration fehlt, recherchiere ich bei Instagram und Youtube nach neuen Bildideen in der Landschaftsfotografie, anderen Techniken in der Fotografie oder in der Nachbearbeitung. Mit hilft es dann unglaublich weiter, neue Inspiration zu finden. Dadurch kommt dann auch die Motivation zurück bzw. dieses Kribbeln in den Fingern, etwas Neues ausprobieren zu wollen.

 

Tipp: Finde heraus, wie du dich selbst motivierst. Das kann durch neue Impulse der Inspiration sein wie bei mir oder durch ganz andere Dinge. Wichtig ist auch: Erzwinge nichts! 

 

5. Learning: Ich finde mein "Warum" - kennst du deins?

Hast du dir jemals die Frage gestellt, warum du Landschaften fotografierst? Ich habe mir diese Frage vor ein paar Jahren das erste Mal gestellt und bin rückblickend erstaunt, welchen Schub die Frage und die entsprechende Antwort meinen Bildern gegeben hat.

 

Meine Antwort auf die Frage ist, dass ich in einer attraktiven Touristenregion (Ahrtal) lebe und die Schönheit unserer Region nach außen und vor allem ins Internet transportieren möchte. Da der Tourismus bei uns ein großer Wirtschaftsfaktor ist, möchte ich einen Beitrag dazu leisten, dass die Region auch künftig als attraktive Region wahrgenommen wird. Denn nur als attraktive Tourismusregion wird das Ahrtal auch langfristig seinen Wohlstand und seine kulturellen Angebote erhalten können.

 

Seitdem ich diese Frage beantwortet habe, schaue ich meine Landschaftsbilder aus der Region mit anderen Augen an und positioniere sie auch ganz anders. Seitdem statte ich mit den Bildern auch Hotels, Restaurants und Ferienwohnungen aus, um diesen lokalen Unternehmen bei ihrer Präsentation zu helfen.

 

Kurzum: Seitdem ich mein "Warum" gefunden habe, arbeite ich deutlich fokussierter und zielgerichteter.

 

Tipp: Finde dein "Warum". Frage dich, warum du Landschaften fotografierst. Hinterfrage die Antwort darauf wieder mit einem "warum?" und die Antwort auf diese Frage dann wieder. Mache dies so lange, bis du keine Antwort mehr findest, dann solltest du dein Warum kennen.

 

Bonus-Learning: Machen!

Die mit wichtigste Erfahrung, die ich machen durfte, lautet: Machen! Umsetzen! Tun!

 

Mache dir gerne Gedanken wie du ein Bild machen möchtest, recherchiere nach Ideen und konsumiere Techniken auf Youtube und anderen Plattformen. Ich habe festgestellt, dass all dies enorm wichtig ist, um voran zu kommen. All dies bringt dir aber nichts, wenn du es nicht trainierst. 

Nur weil du weißt, dass du Joggen gehen solltest und auch weißt wie das geht, wirst du nicht fitter und sportlicher. Bei der Fotografie ist dies ähnlich. Mir ging es beispielsweise bei meiner ersten Milchstraßenfotografie so. Ich hatte im Vorfel unzählige Youtube Videos angesehen und war sicher, dass nun nichts mehr schief gehen konnte.

 

Als ich dann aber um 2 Uhr nachts auf einem Feld stand, war ich plötzlich mit ganz anderen Herausforderungen konfrontiert. Die Kamera in absoluter Dunkelheit zu bedienen, den Sucher abzudecken und nicht die kleinste Verwacklung durch Wind im Bild zu haben, das sind Dinge, an die ich im Vorfeld nicht gedacht hatte. Oder wer hätte gedacht, dass selbst kleinste Nebelschwaden ein Bild der Milchstraße zunichte machen können.

 

Was ich damit sagen will: Das Konsumieren von neuen Inhalten ist sehr wichtig, um neues zu erfahren. Zum wirklichen Lernen und Beherrschen gehört neben der Theorie aber auch immer die Praxis. Und da Informationen heute so allgegenwärtig und verfügbar sind, besteht immer die Gefahr, zu viel zu konsumieren und zu wenig umzusetzen.

 

Tipp: Überlege dir ein Projekt, setze dir feste Zeiten zum Konsumieren und versuche dann erstmal, das Gelernte umzusetzen, bevor du etwas Neues anfängst.

 

Wie du von meinen Learnings profitieren kannst.

Diese Erfahrungen durfte ich über die letzten Jahre selbst machen und bin sehr froh um jede einzelne. Auch wenn die Erfahrung manchmal schmerzhaft war, weil zum Beispiel die meisten Bilder einer Milchstraßennacht unbrauchbar waren, bin ich doch dankbar für das Gelernte.

 

Ich habe dir zu jedem meiner Learnings einen Tipp dazugeschrieben, und diese Tipps möchte ich nun noch einmal zusammenfassen:

  1. Lerne sowohl Fotografietechniken als auch die Techniken der Bildbearbeitung!
  2. Nutze die goldenen Stunden!
  3. Plane deine Bilder im Voraus! Nutze Apps wie Photopills, Google Maps oder Instagram, um dich im Vorfeld entsprechend zu informieren!
  4. Finde heraus, wie du dich selbst motivierst und erzwinge nichts, wenn du ein Motivationstief hast!
  5. Finde dein "Warum"!
  6. Konsumieren ist wichtig, aber denke daran, das Gelernte umzusetzen. Nur dann beherrschst du es wirklich!

 

Ich hoffe, dass dir meine Erfahrungen weiterhelfen.

Und nun zu dir: Was sind deine wichtigsten Erfahrungen in der Fotografie?

 

PS: Wenn du deine Landschaftsfotos verbessern willst, lade dir gerne mein kostenloses eBook herunter:

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