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Wie du den Sonnenaufgang am besten fotografierst

Einleitung

Möchtest du gerne den Sonnenaufgang fotografieren, warst bisher aber immer nicht ganz zufrieden mit deinen Ergebnissen?

Die Herausforderung beim Sonnenaufgang ist der große Kontrast zwischen dem hellen Himmel und der noch dunklen Landschaft. Des Weiteren ist für stimmungsvolle Bilder des Sonnenaufgangs auch ein bisschen Planung hilfreich.

 

Im folgenden Artikel zeige ich dir, welche Vorüberlegungen dir für das Fotografieren des Sonnenaufgangs weiterhelfen und wie du dann schlussendlich auch deine Fotos machen kannst.

  

Natürlich ist auch der Sonnenuntergang gleichermaßen faszinierend und die nachfolgenden Überlegungen lassen sich auch auf den Sonnenuntergang anwenden. 

Warum solltest du den Sonnenaufgang fotografieren?

Der Sonnenaufgang übt seit jeher eine Faszination auf Menschen aus. Ich denke, dies liegt zum einen an der weichen und goldenen Lichtstimmung und den unterschiedlichen Anblicken, die die Natur uns zum Sonnenaufgang bietet, wie angestrahlte Wolken, Bodennebel etc.

 

Zum Anderen liegt im Sonnenaufgang auch immer der Zauber des Beginns eines frischen Tages, die Luft ist klar und der Moment, in dem du die ersten goldenen Strahlen im Gesicht spürst – einfach unbezahlbar.

 

Aus fotografischer Sicht handelt es sich bei den Zeiten zum Sonnenaufgang um die Blaue und die Goldene Stunde. Die Blaue Stunde ist die Zeit vor dem Sonnenaufgang, in der beispielsweise die Wolken schon orange leuchten. Die Goldene Stunde bezeichnet dann die Zeit nach dem Sonnenaufgang, in der das Sonnenlicht noch sein goldene Farbe hat und noch nicht das helle Weiß des Tages.

 

Als Fotograf möchtest du das Licht und die Stimmung genau zu diesen Zeiten einfangen. Die Stimmung und die Dramatik sind einfach wesentlich besser, deine Bilder werden deutlich spannender als zum Beispiel während der Mittagszeit.

 

Deshalb zeige ich dir im Folgenden, was du beim Fotografieren des Sonnenaufgangs beachten solltest.

Deine Vorbereitungen

Ganz wichtig: Du hast am Morgen nur eine sehr begrenzte Zeit, um deine Fotos zu machen, da sich das Licht wirklich von Minute zu Minute ändert.

Deshalb empfehle ich dir, dass du dir die folgenden Punkte im Vorfeld überlegst bzw. nachschaust:

 

  1. Wann geht die Sonne auf?
    Diese Frage ist recht offensichtlich. Natürlich solltest du die Zeiten wissen, damit du rechtzeitig vor Ort sein kannst.
  2. An welchem Ort möchte ich den Sonnenaufgang aufnehmen?
    Halte hierzu tagsüber die Augen auf und markiere dir spannende Stellen zum Beispiel in Google Maps. Oder schau im Internet nach möglichen Fotospots für den Sonnenaufgang.
  3. Wo geht an diesem Ort die Sonne auf?
    Schau in Apps wie Photopills oder Sunsurveyor, wo an deiner Location die Sonne aufgeht und welches Motiv du dort einfangen kannst.
  4. Welche Art von Bild möchte ich machen? Mit Sonnenstern oder mit seitlich einfließendem Sonnenlicht?
    Je nachdem musst du dann deine Position entsprechend wählen. Also entweder schaust du an der Location groß in Richtung Osten für den Sonnenstern oder nach Norden bzw. Süden für seitliches Sonnenlicht.
  5. Von welchem Punkt aus möchte ich den Sonnenaufgang fotografieren und wie komme ich dahin?
    Ebenfalls ein wichtiger Punkt, vor allem auch für deine Zeitplanung. Du willst schließlich nicht zu spät an der Location ankommen und die Sonne steht schon hoch am Himmel.

  

Natürlich kannst du auch immer spontan losziehen und tolle Bilder machen. Mit persönlich hilft diese Planung jedoch immer sehr und dann schaue ich vor Ort, welche Möglichkeiten es darüber hinaus noch gibt.

Ausrüstung für den Sonnenaufgang

Das Licht und die starken Hell-Dunkel-Kontraste beim Sonnenaufgang stellen durchaus eine Herausforderung dar.

Auf jeden Fall brauchst du ein stabiles Stativ, da die Belichtungszeiten in der Dämmerung noch länger sind. Welches Objektiv du mitnimmst hängt von deiner Bildidee ab. Ich verwende meistens ein Weitwinkel-Objektiv. Die Lichtstärke ist hierbei nicht so entscheidend, da du ja das Stativ verwendest. Sinnvoll ist aber in jedem Fall die Streulichtblende des Objektivs, um störende Flares oder Lichtflecken zu vermeiden.

  

Des Weiteren ist die Verwendung von Grauverlaufsfiltern sinnvoll, um den starken Kontrast zwischen dem hellen Himmel und dem dunklen Vordergrund ein wenig auszugleichen. Es geht aber auch ohne, wie ich dir gleich zeigen werde.

Kameraeinstellungen

An der Kamera verwende ich in der Regel eine Blende 8 bis Blende 14. Schlussendlich kommt es aber wieder darauf an, was du für ein Bild machen willst. Hier geht’s nichts über die Übung.

Je weiter du die Blende schließt, desto größer wird der Sonnenstern. Das Aussehen des Sonnensterns hängt aber auch sehr von der Bauweise des Objektivs ab.

 

 

Bezüglich der Belichtungszeiten hast du mehrere Möglichkeiten. Wenn du nur ein Bild ohne Grauverlaufsfilter machen willst, musst du schauen, dass weder der Himmel deutlich über- noch der Vordergrund zu unterbelichtet ist – oftmals keine leichte Sache!

 

Dementsprechend empfehle ich dir den Einsatz eines Grauverlaufsfilters, der den Himmel abdunkelt, so dass du leichter ein ausgewogenes Bild erzielen kannst.

 

Nun ist der Einsatz eines Grauverlaufsfilters etwas aufwändig und vielleicht nicht immer machbar. In diesem Falle empfehle ich dir, eine Belichtungsreihe aus drei Bildern zu machen. So bekommst du ein dunkleres Bild, auf dem der Himmel richtig belichtet ist, ein helles Bild, auf dem der Vordergrund gut zu sehen ist und ein mittleres.

Diese drei Bilder kannst du hinterher in der Nachbearbeitung einfach zusammenfügen.

 

Da ich in der Regel ein Stativ verwende, achte ich darauf, die ISO konstant bei 100 zu lassen, um eventuelles Bildrauschen zu minimieren. Durch das Stativ sind dann auch längere Belichtungszeiten kein Problem.

 

Falls du den Sonnenaufgang aus der Hand fotografierst, musst du natürlich zusehen, dass du trotzdem ein scharfes Bild bekommst. Die Erfahrung zeigt, dass du für scharfe Aufnahmen aus der Hand maximal eine Belichtungszeit von 1/50 nutzen solltest, um ein scharfes Bild zu bekommen. Hat das Objektiv oder die Kamera keinen Bildstabilisator, solltest du eher mit 1/100 oder weniger rechnen. In diesem Fall musst du wahrscheinlich mit der ISO-Zahl nach oben gehen, um ein gut belichtetes Bild zu bekommen.

 

Wichtig ist natürlich, dass du immer im RAW-Format fotografierst, um in der Bildbearbeitung noch möglichst viel aus dem Bild machen zu können.

Dein Workflow vor Ort

Wenn du vor Ort angekommen bist, solltest du dich um den Bildaufbau kümmern, da ein reiner Sonnenaufgang schnell langweilig wirken kann.

 

Suche dir beispielsweise ein Objekt für den Vordergrund. Das kann ein Baum sein, ein Felsen oder eine weite Fläche, die euch von eurem Fotopunkt zu Füßen liegt (z.B. ein Dörfchen). Du kannst auch in die Hocke gehen und Gräser und andere Pflanzen als Vordergrund auswählen. Hier kannst du deine Kreativität nutzen.

 

Nutze die wenigen Minuten, wenn die Sonne über den Horizont steigt, um den Sonnenstern zu fotografieren, dann kannst du den Stern noch richtig klar einfangen. Das Licht wird sehr schnell heller und dann wird auch der Sonnenstern nur noch gleißend.

Kontrolliere nach jedem Bild die Belichtung, um spätere Enttäuschungen zu vermeiden. Damit meine ich, dass du das Bild auf dem Kameramonitor auf Über- und Unterbelichtungen kontrollieren solltest. Wenn der Himmel zum Beispiel so überbelichtet ist, dass er ausgebrannt ist, kannst du auch mit Lightroom und Photoshop hier nichts mehr machen.

  

Ansonsten ist es wichtig, vor Ort möglichst viel auszuprobieren und zu üben. Du wirst sehen, das wird sich am Ende auszahlen.

Fazit

Mit diesem Artikel möchte ich dir eine Hilfestellung geben wie du am besten den Sonnenaufgang fotografieren kannst und wie du dich optimal darauf vorbereitest. Die Planung im Vorfeld macht schon viel aus, aber natürlich geht nichts darüber, vor Ort verschiedene Einstellungen und Perspektiven auszuprobieren.

  

Der wichtigste Tipp lautet daher: Geh‘ raus und übe, übe, übe. 

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